Zum letzten Kapitel in Clarke 2003: Unter der Voraussetzung, dass Ereignisverurachung verstehbar ist, ist Akteursverurachung ein konsistenter Begriff. Er kann Kontrolle und Ultimacy von freier Verursachung von Handlungen gewährleisten. Dazu braucht man aber, dass es auch andere Punkte sind, die man an Ereignisverursachung modifizieren muss, damit ein Akteur verursachen kann. Diese sind:
- der Akteur als etwas endurierendes
- dem Akteur kommt kein Zeitpunkt zu wie jedem Ereignis
- Kein Zeitpunkt der Akteursverursachung (oder kein Zeitpunkt, an dem man den Akteur verorten kann; teilweiser Ausweg: simultane Akteursverursachung)
- keine probabilistische Verursachung (für Relationisten Clarke 1995 gilt ein necessarisches Gesetz mit der Wirkungseigenschaft „frei“, für den Dispositionalisten O’Conner bewirkt eine besondere intrinsische Disposition, die zu mehreren Optionen disponiert, eine bestimmte, ohne dass man der gewählten Wirkung im Nachhinein eine Wahrscheinlichkeit zuschreiben könnte oder ohne dass sie irgendwie die Wahrscheinlichkeit der Handlung erhöht hätte.)
- seltsame Doppelverursachung: In der Naturwissenschaft kann man immer zwei Dispositionen zu einem Ereignis zusammenfassen, Agent und Ursachereignis kann man laut Akteurstheorie nicht zu einem Ursache-Ereignis zusammenfassen.
- Wenn man Substanzverursachung mit Ereignisverursachung gleichsetzt: immanente Verursachung nach innen statt transeunter Verursachung
- irgendeine Art Verursachung nach unten (wenn nicht gar mit Supervenienz des Physischen unvereinbare Abwärtsverursachung); braucht der Physikalist für Ereignisverursachung nicht, man scheint sie aber für Akteursverursachung zu brauchen, wenn dadurch starke Freiheit möglich werden soll.
- vollkommen anderer epistemischer Zugang zu Akteursverursachung
Kein Punkt allein spricht gegen Akteurskausalität, so Clarke, aber alle zusammen schließen die Möglichkeit fast aus.
Wenn man gegen Clarke Akteurskausalität verteidigen will, wo ansetzen? Einige Optionen wären die folgenden:
- Gewissheit der Ereigniskausalität ist nicht höher als die von Akteurskausalität? Vielleicht hat man sogar besseres Wissen von Akteurskausalität.
- Strukturähnlichkeit zu Ereigniskausalität muss nicht gegeben sein
- Akteur muss kein Endurant sein
- Ereignisverursachung ist i.a. sowieso Substanzverursachung
- Kummulatives Gegenargument zu schwach
- Ein Freiheitsbegriff ohne Akteurskausalität. Welcher
Würde selber bei Freiheit durch Akteurskausalität bleiben und den Fehler bei 1. ansetzen, hätte dennoch gern Strukturähnlichkeit der beiden Verursachungsarten und wahrscheinlich auch einen Enduranten (muss dann aber auch 4. und 5. zustimmen) Wie würdet ihr versuchen, Freiheit zu retten?