O'Connor


Diese Weblog ist zu einem Seminar, das im SS 2009 an der LMU München stattgefunden hat. Man kann die Einträge hier kaum verstehen, wenn man nicht die Texte kennt, die im Seminar gelesen wurden. Es sind:

  • 15.5.  Van Inwagen, Peter  (2000)  “Free Will Remains a Mystery”, in Tomberlin 2000, 1-19. Reprinted in Kane 2002, erster Teil
  • 22.5.  Van Inwagen (2000)   Fortsetzung: akteurstheoretischer Teil
  • 29.5.   Clarke, Randolph (2003)  Libertarian Accounts of Free Will. Oxford: Oxford University Press. ch. 10, erster Teil
  • 5.6.  Clarke (2003)  ch. 10, zweiter Teil
  • 12.6  Jaskolla (Referat zu Whitehead und freiem Willen)
  • 19.6  Schneider (eigener Text)
  • 26.6.  O’Connor, Timothy (2002b) “Libertarian Views: Dualist and Agent-Causal Theories” in Kane 2002a: 337-355.
  • 3.7.  Kontrolle I   Strawson Galen (2002), “Bounds of Freedom”. in Kane 2002a:  441–460
  • 10.7.    Kontrolle II    Markus Ernst Schlosser (2008) “Agent-Causation and Agential Control”. Philosophical Explorations 11 (1): 3 – 21.

Markus Schlosser vertritt eine kausale Handlungstheorie in der Nachfolge von Donald Davidson, determinierende Gründe machen, dass man von einer Kontrolle der Handlung durch die handelnde Person (reduktionistisch verstanden) sprechen kann. Seine Argumentation gegen  einen Akteur, der zu den Gründen hinzukommt, fasst er in seinen Aufsatz „Agent -Causation and Agential Control“ so zusammen:

I argued that the agent-causal theory does not have the resources to tell us why and in what sense the agent controls his or her actions. It is quite obvious, I think, that the alternative versions of the nonreductive view fail in that respect as well, because it does not matter whether one refers to a biological or mental substance. What is responsible for the failure is that the theory refers to a substance simpliciter—an entity that does not and cannot have intentional content.

In response one may say that substances, which are essentially mental substances, have mental properties, which may help to explain plural control. [...] But assume, for the sake of argument, that mental substances have mental properties that can explain the exercise of plural control. Even then, any particular exercise of that kind of control could as well be explained by referring to the substance’s having or instantiating that property. Again, there would be no obvious reason to deny that it is the substance-involving event, rather than the substance, that does the causal work—the theory would again collapse into the reductive model.35 [...] This point, of course, applies also the view that human agents are biological substances. If human agents are human animals, then human animals have mental properties (at least some of them, some of the time). But these properties cannot explain the exercise of an essentially agent-causal power for the reason just given.

FN 35:  Clarke speculates that there might be, what he calls, an “agent-causal property” that confers an irreducible power directly onto the substance, such that the exercise of that power can only be attributed to the substance, rather than the substance’s possession of that property (2003, p. 145). Something similar might be maintained with respect to a mental substance’s performing or causing an action. But still, as long as we are not being told more about that special property, we cannot even assess whether or not the non-reductive view can thereby explain control.

Clarke spielt die These durch, dass Akteursverursachung sich dadurch von gewöhnlicher Verursachung unterscheidet, dass die Instantiierung einer Eigenschaft (nämlich zur praktischen Rationalität fähig zu sein und daraus Konsequenzen zu ziehen) bei einer Ursache zur Ereigniskausalität eine völlig andere ist als bei einer Ursache zur Akteurskausalität. Bei einer Ereigniskausalität ist durch die Instantiierung der ursächlichen Eigenschaft bereits festgelegt, dass eine bestimmte Wirkung eintritt – oder dass mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Wirkung eintritt. Bei der Instantiierung der Eigenschaft zur praktischen Rationalität fähig sein und sie umsetzen (oder handlungsauslösende Intention formen können), ist das Wirkungsereignis per Definition frei. Schlosser wendet nicht zu Unrecht ein, dass Akteursverursachung hier keine Kontrolle über die Handlung bringt. Clarke könnte dagegenhalten, dass sie das gar nicht braucht, Kontrolle gewährleisten die Gründe – es genügt, wenn man sie im Sinne der ultimacy einführt. Auch das, sagt Schlosser ist nicht haltbar, weil es letztlich doch ein Ereignis ist, das die Ursache der freien Handlung ist (nämlich dass die Person die Eigenschaft zur praktischen Rationalität fähig sein und sie umsetzen instantiiert).

Man kann Schlosser auch so verstehen, dass der eigentlich Knackpunkt an der Verursachung durch eine Substanz liegt. Dass Individuen Intentionen formen können, liegt an ihrer Essenz. Substanzen können aber nicht Akzidentien verursachen. Man muss einen besseren Individuenbegriff finden als den der endurierenden Substanz, in dem Intentionen eine konstruktivere Rolle haben können.

Der Einwand, es gäbe letztlich nur Ereigniskausalität,  funktioniert auf eine ähnliche Weise gegen O’Connor. Dispositionen zu zweiem (bzw. zu mehreren Optionen) zu haben ist eine gänzlich andere Eigenschaft als Dispositionen zu einem zu haben. Wenn die erstere Eigenschaft realisiert ist, dann habe man Akteursverursachung, wenn die zweite realisiert ist, Ereignisverursachung. Doch warum sollte der erste Fall vom zweiten so unterschieden sein? Kann man nicht beides Ereigniskausalität nennen? Braucht man einen Akteur, eine endurierende Substanz, als Ursache? Es sieht nicht so aus. – Der intentionale Gehalt, den Schlosser einem ursächlichen Grund zuspricht, scheint besser die Zukunfts- und Vergangenheitsbezogenheit von Handlungen darzustellen. Das geht kompatiblisitisch.

O’Connor würde wohl einwenden, dass seine Position irreduzible Verurschung durch den Akteur zumindest nicht ausschließt: schließlich bestimmt der Akteur genau eine der beiden Option, zu denen eine Disposition besteht. Dass eine irreduzible Verurschung aber notwendig sei, um metaphysisch frei im Lichte der Gründe zu handeln. Gerade für die Kontrolle, die es kompatiblistisch nicht zu haben gibt. Die endurierende Substanz braucht man, damit der Zusammenhang auf Vergangenheit (über Erfahrungen) und Zukünft (Wünsche) genuin bleibt – Gründe als momentane Eigenschaften können das gar nicht.

Wer von den drei Philosophen hat eher Recht?

Zugänge, weswegen man Akteurskausalität einführen kann sind:

  1. Metaphysische Freiheit
  2. Moralische Verantwortung
  3. Menschliche Handlung, absichtliche Tätigkeit und Kontrolle darüber
  4. um Substanzverursachung zu verstehen.
  5. um dem Begriff einer (beschränkten) causa sui einen Platz zu geben
  6. um Verursachung überhaupt zu verstehen

Manche Autoren halten den Begriff zu einem gegeben Zweck angemessen, andere kontraproduktiv

  • O’Connor, Clarke: Akteurskausalität ist produktiv für 1 und 2
  • van Inwagen evtl. produktiv für 4
  • O’Connor, Whitehead, (Meixner, Schneider) produkiv für 5 und 6 (und damit auch 3)
  • Strawson, Akteurskausalität ist kontraproduktiv für 1
  • van Inwagen kontraproduktiv für 1 (wobei er Inkompatibilismus akzeptiert)
  • Schlosser kontraproduktiv für 3
  • Clarke kontraproduktiv für 4

So wie man wirksame Eigenschaften (Kausalität) entweder aristotelisch in die Dinge oder platonisch in die Naturgesetze legen kann oder nominalistisch leugnen kann, so auch Wahrscheinlichkeiten.

  • Entweder man hat (aristotelisch) sogenannte „propensities“, eine bestimmte Art von Dispositionen,  in den Dingen,
  • oder man hat Wahrscheinlichkeitszuschreibungen innerhalb eines Systems als Zusammenhänge (solche Wahrscheinlichkeiten kann es auch in determinstischen Systemen geben, etwa in deterministisch chaotischen Systemen),
  • oder Wahrscheinlichkeit ist nur eine subjektive Zuschreibung

Die beiden ersten Ansätze sehen Wahrscheinlichkeit als eine Art verallgemeinerter relativer Häufigkeit (obwohl diese Verallgemeinerung mathematisch gesehen Schwierigkeiten macht). O’Connor wählt den ersten.

Was ist damit gemeint, dass bei der Akteursverursachung oder Ereignisverursachung Wahrscheinlichkeit mit im Spiel ist?

(a) Setzt ein verursachender Akteur eine Wahrscheinlichkeit höher,

(b) setzt er eine Wahrscheinlichkeit auf eins (und wäre dann gar nicht mehr probabilistisch),

(c) oder setzt sie nur Bedingungen für das Wirken der Gründe?

Würde O’Connor so lesen, dass Ereignisverursachung alles drei tut, Akteursverursachung aber nur (b). Bin mir aber da nicht so sicher. Hiddleston fasst in seiner Rezension von O’Connors Buch in Nous dessen Position so zusammen:

O’Connor suggests (chap. 5.4) that reasons “structure” agent-causal capacities for self-determination, though this “structuring” does not make them causes of our actions. Our reasons show up in our actions because they influence their probabilities.
Here O’Connor’s discussion becomes somewhat difficult. He briefly contrasts two conceptions of indeterministic causes (96-7), which we might call the “probability pool” view and the “probability of production” view (to borrow a phrase from Christopher Hitchcock). O’Connor attributes the probability pool view to Paul Humphreys (1989). On this view, an indeterminstic cause is an event c, and it makes a characteristic contribution to the probability of occurrence of a further event e. Then it is a matter of chance whether e occurs. c counts as a cause of e iff c makes its contribution and e occurs (by chance).
O’Connor’s alternative appears to be the “probability of production” view, and it involves the following claims. Causal tendencies or powers can attach to objects (presumably they can also attach to events). The circumstances of an object influence the chance that its power is exercised. An object causes an event e (of type E) when the object’s tendency to bring about E-events is exercised. The exercise of a power is an unanalyzed notion on O’Connor’s view, but it includes more than merely affecting the chance of an E-event. For example, presumably there could be two objects or events c1 and c2 present on one occasion that both have some power to cause E-events. Suppose an E-event e occurs. On the “production” view but not the “pool” view, it could be that only one of the c’s caused e.
But at least in the case of powers for E that attach to objects, the object is the cause and the events that influence the probability that the object’s power is exercised are not themselves causes. In the case of agent causation, O’Connor says, “[I]t is as cause that the agent may be said to carry a propensity to generate a specific type of intention…. [R]ecognizing a reason to act induces or elevates an objective propensity of the agent to initiate the behavior” (97). The agent’s having certain reasons (and further circumstantial events) do not cause the action, but “structure” the agent’s capacity to directly produce it. Due to the structuring influence of reasons, an agent “decidedly tends toward one or more options over the rest” (97), and the reasons have a “tendency-conferring character” (98).

Siehe: Eric Hiddleston, Critical Study: Timothy O’Connor, Persons and Causes (Oxford: Oxford University Press, 2000) (Forthcoming in Nous). bzw. Eric Hiddleston (2005). Timothy O’Connor, Persons and Causes (Oxford: Oxford University Press, 2000). Noûs 39 (3):541–556.

Irgendwie bringt mir dieser Text meine Einordnung von O’Connors Position  durcheinander; „decidedly tends“ spricht für (b), „toward one or more options over the rest” spricht für (a). Für Gründe gibt es weniger als für den Akteur, nur einen “tendency-conferring character” entsprechend (c). Bin immer noch für Lesart (b), weil ich vermute, dass bei einer Entscheidung mehrere Optionen der praktischen Umsetzung drin sind.

Denke der große Unterschied zwischen O’Connor und Clarke liegt darin, dass Verursachung bei Clarke notwendig mit einem Naturgesetz verbunden ist, bei O’Connor aber nicht. Insbesondere gilt das für handlungskausale Dispositionen, also die Eigenschaften, die einen Akteur befähigen, etwas frei hervorzubringen. Bei Clarke geht es dabei nur immer um ein und dieselbe Disposition (die darin besteht, dass man, insofern man praktisch schlussfolgern und entsprechend handeln kann, auch frei handeln kann), bei O’Connor sind die Dispositionen spezifisch (in dieser spezifischen Situation lügen oder die Wahrheit sagen können) und sind wohl keinem Gesetz unterzuordnen, da gerade nicht entsprechend der wahrscheinlichsten Option aus den verschiedenen Propensities gewählt wird. Dennoch ist die dispositionale Struktur ähnlich der dispositionalen Stuktur bei Ereignisverursachung, wie sie O’Connor versteht (intrinsische dispositionale Eigenschaften). Dazu O’Connor im Original:

Freedom of the will, in my judgment, involves the exercise of a distinctively personal form of causality, one which differs in certain respects from the mechanistic form of causation operative in impersonal causal forces. In the mechanistic case, objects have specific causal powers, or dispositional tendencies, associated with their fundamental intrinsic properties. The powers might concern a unique outcome or range of possible effects that is structured by a specific probability measure. Either way, they exercise certain of these causal powers as a matter of course when they are placed in the appropriate circumstances. Such circumstances either stimulate a latent mechanism or remove inhibitors to the activity of a mechanism already in a state of readiness. Strictly speaking, the cause here is the event of the object’s having these power-conferring properties in those circumstances.
According to some of us, there is another species of the causal genus, involving the characteristic activity of purposive free agents.
Such agents can represent possible courses of action to themselves and have desires and beliefs concerning those alternatives. Against that background motivational framework, they themselves directly bring about immediately executive states of intention to act in various ways. This direct causing by agents of states of intention goes like this: As with mechanistic causes, the distinctive capacities of agent causes (‘active powers’) are grounded in a property or set of properties. So any agent having the relevant internal properties will have it directly within his power to cause any of a range of states of intention delimited by internal and external circumstances. However, these properties function differently in the associated causal process. Instead of being associated with direct causal functions from circumstances to effects, they (in conjunction with appropriate circumstances) make [causally] possible the agent’s producing an effect. These choice-enabling properties ground a different type of causal power or capacity—one that in suitable circumstances is freely exercised by the agent himself.  (O’Connor 2000b: 113 – Zitat entsprechend Botham 2005: RENDERING FREE WILL INTELLIGIBLE: A DEFENSE OF AGENT-CAUSATION)

Wenn die akteurskausalen Eigenschaften „choice-enabling properties“ sind, so sind sie gerade nicht, wie C. Schneider meinte, ein blindes Herausgreifen, sondern ein sehendes Herausgreifen. Dass man Propensities mit exakten Wahrscheinlichkeiten bewertet, ist ein sekundäres Phänomen, das im Falle von Akteursverursachung beobachtbare Konsequenzen hat, im Falle von Akteursverursachung freilich nur von einem Rückspul-Gott (oder aus der Perspektive alles möglichen Welten) im Nachhinein hineinzulesen wäre – aber an dem Wahl-haben des individuellen Akteurs gar nichts ändert.

Wir erwähnten heute drei Option.
a) Der Akteur verursacht ein Ereignis, das auch von einem anderen Ereignis verursacht wird. (Clarkes Vorzugsoption 2003)
b) Der Akteur verursacht ein Ereignis, das von keinem anderen Ereignis verursacht wird. (O’Conner)
c) Der Akteur verursacht die Kausalkette, dass ein Ereignis (ein gewisser mentaler Zustand) ein Ereignis verursacht. (Clarke 1993)

Gegen Option c) argumentiert Rugel 2006 (mit O’Connor):

Seite 136

Nach Clarkes erstem Aufsatz zur Akteurstheorie aus dem Jahr 1993 verursacht eine Person, die mit freiem Willen handelt, direkt

„her acting on (or for) certain of her reasons rather than on others, and her acting for reasons ordered in a particular way by weight, importance, or significance as the reasons for which she performs that action“127.

Es wäre aber ein Missverständnis zu glauben, Akteursverursachung wäre zum Ordnen der Gründe da, wohingegen es der Ereignisverursachung zukomme, dass diese Gründe die Handlung determinieren. Damit wäre die Kausale Handlungstheorie für das Ordnen der Gründe, das wir ja auch als eine Handlung lesen, geleugnet. Doch auch seine Gründe wählt man oft wiederum aufgrund eigener Wünsche und Überzeugungen. Clarke interpretiert man besser so, dass der Akteur die ganze ereigniskausale Kette verursacht. [...]

Seite 137:

O’Connor kritisiert diese Position zweifach (Vgl. O’CONNOR 2000: 76-78 (§ 4.5)) : Erstens gibt sie eine unplausible Rekonstruktion dessen, was bei einer Entscheidung passiert: Wenn jemand Jane fragt, ob sie heute Nachmittag zum Baden mitgehen will und Jane auf diese Anfrage hin zum Fenster hinausblickt und entscheidet, mitzukommen, so hat sie nicht verursacht, dass (ihr Gedanke an) das schöne Wetter ihr Badengehen verursacht.
Zweitens behauptet O’Connor generell, dass Kausalketten nicht direkt verursacht werden können. Nur das erste Glied einer Kausalkette kann von einem anderen Ereignis hervorgebracht sein, nicht die zu einem Ereignis zusammengefasste Kausalkette. Wenn das stimmt, könnte bestenfalls mein Verursachen der Gründe als die freie Basishandlung gedacht werden. Hier aber interessiert die Freiheit oder Unfreiheit einer etwas späteren Handlung, bei der die Gründe schon gegeben sind.

Seiten 179-180:

Es sei eine ereigniskausale Kette gegeben: „e1 -> e2 -> e3“.
Ohne Beschränkung der Allgemeinheit haben alle Ereignisse dieser Kette eine kausal einfache Struktur176. Ein anschauliches Beispiel ist etwa die folgende Kette:

Das Drücken des Klingelknopfes (=e1) ->
-> das Läuten der Glocke (=e2) ->
-> das Springen der Katze (aus Schreck vor dem schrillen Läuten) (=e3)

Was verursacht nun das komplexe Ereignis „e2 -> e3“ (Das Läuten der Glocke verursacht, dass die Katze springt.)?
Zweierlei Ereignisse kommen in Frage: Zunächst die sogenannte auslösende Ursache, das erste Glied in der Ursachenkette: e1 (Ursache war, dass der Klingelknopf gedrückt wurde). Aber e1 verursacht exakt e2. Die Ereigniskette verursacht es nur indirekt. Es liegt näher, dass ein anderes Ereignis, die strukturelle Ursache, die Ereigniskette verursacht: Etwa, dass jene Katze ein empfindliches Gehör hat. Aber diese strukturelle Ursache stellte nur einen Kontext bereit, in welchem auslösende Ereignisse ihre charakteristische Wirkung hervorbringen. Strukturelle Verursachung meint nicht Kausalität als Hervorbringung (von „e2 -> e3“), wie wir sie im letzten Kapitel eingeführt haben. Also wurde „e2 -> e3“ von keinem Ereignis verursacht177.

FN 176 Ein Ereignis von kausal simpler Struktur ist bei O’Connor, dass ein Gegenstand zu einem Zeitpunkt intrinsische Eigenschaften exemplifiziert. Vgl. O’CONNOR 1995c: 186.

FN 177 Vgl. O’CONNOR 1996: 147 und O’CONNOR 2000: 52-55 (§ 3.3). Die Unterscheidung der beiden Typen von Ursachen und das Beispiel ist übernommen aus DRETSKE 1988: Chapter 2.